Gemäß der Trinkwasser Verordnung besteht für Warmwasser eine Untersuchungspflicht auf Legionellen für öffentlich und gewerblich genutzte Objekte.

Gebäude gelten als öffentliche Gebäude, wenn die Trinkwasserinstallationen einem wechselnden Personenkreis zur Verfügung steht. Unter diese Kategorie fallen z.B. Kindertagesstätten, Schulen, Sportanlagen, Hotels oder Krankenhäuser.

Betreiber einer Warmwasserversorgungsanlage in öffentlichen Objekten sind zu einer jährlichen Überprüfung der Legionellen verpflichtet. Zusätzlich muss das Wasser alle drei Jahre auf Bakterien im Kaltwasser und auf chemische Parameter getestet werden.

Gewerblich genutzte Gebäude haben die direkte oder indirekte, zielgerichtete Trinkwasserbereitstellung im Rahmen einer Vermietung oder einer sonstigen selbstständigen, regelmäßigen und in Gewinnerzielungsabsicht ausgeübten Tätigkeit zum Ziel. Somit sind nicht nur der Wasserversorger, sondern auch der „Unternehmer oder sonstige Inhaber“ („UsI“) einer Trinkwasserinstallation für die Qualität des Wassers verantwortlich. Vermieter und Verwalter einer Immobilie müssen das Trinkwasser daher regelmäßig prüfen lassen und dabei die strengen Regeln der Trinkwasserverordnung beachten. Die rechtlichen Verbindlichkeiten ergeben sich aus § 40 des Infektionsschutzgesetzes (InfSchG). Insgesamt stehen im § 25 der Trinkwasserverordnung 29 Bußgeldtatbestände. Damit haben Vermieter und Verwalter nach der Trinkwasserverordnung die Pflicht sowie eine große Verantwortung für die Gesundheit der Mieter, die aus ihrer Trinkwasserinstallation, Warmwasseraufbereitung oder Brunnenanlage versorgt werden.

In gewerblichen Objekten werden die Legionellen in einem dreijährigen Intervall getestet. (Voraussetzung ist eine unauffällige Erstuntersuchung).

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Für die Legionellen besteht außerdem seit 2018 bei Überschreitung des Maßnahmenwertes (> 100 KBE / 100 ml) eine Meldepflicht ans Gesundheitsamt, sofern diese im Rahmen einer systemischen Untersuchung festgestellt wurde. Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung ist die Meldepflicht vom UsI auf die Trinkwasserlabore übergegangen (§15 a Absatz 1 TrinkwV).

Die Meldepflicht der Trinkwasserlabors betrifft zwingend nur den Parameter Legionellen. Für erhöhte Legionellenkonzentrationen über dem technischen Maßnahmenwert, die beispielsweise im Rahmen von weitergehenden Untersuchungen oder Nachuntersuchungen ermittelt wurden, gilt die “Labormeldepflicht” nicht. Grenzwertüberschreitungen der übrigen Parameter z. B. aus den mikrobiologischen Kaltwasseruntersuchungen oder Schwermetalluntersuchungen müssen vom Unternehmer oder sonstigen Inhaber der Trinkwasserinstallation gemeldet werden. Dies kann in Absprache auch über unsere Labore erfolgen.