Welche Untersuchungsparameter gibt es?

 

  • Legionellen gemäß TrinkwV/ISO 11731: 2017-05

Legionellen sind bewegliche Stäbchenbakterien die in natürlichen Gewässern und im Boden vorkommen. Es gibt verschiedene Arten von Legionellen und sie sind weltweit verbreitet. Legionelleninfektionen werden für bis zu 20.000 Erkrankungsfälle pro Jahr in Deutschland verantwortlich gemacht.

Symptome einer Legionellose sind Thoraxschmerzen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber und Lungenentzündung.

Ihre natürlichen Wirte sind Amöben und andere im Wasser lebende Einzeller. In geringen Mengen stellen sie in der Regel keine Gefahr für den Menschen dar. Sie können aber über das Kaltwasser in das Warmwassersystem eingetragen werden und sich dort, geschützt durch Wuchsbeläge und Kalkablagerungen, bei 25° C bis 55° C vermehren. Man findet sie häufig in Wasserleitungen, Schwimmbädern, Rückkühlwerken, Klimaanlagen und in anderen warmen Feuchtquellen, besonders oft in Leitungen, in denen das Wasser stagniert.

Der Hauptinfektionsweg ist das Einatmen von kontaminierten Aerosolen. Aerosole bilden sich vor allem beim Duschen, aber auch am Wasserhahn stellen sie eine Gefahrenquelle dar.

Im Schwimmbeckenbereich treten Legionellen als Krankheitserreger ebenfalls auf, wo neben Whirlpools auch andere mit einer Wasserversprühung versehenen Anlage wie z. B. Fontänen eine Rolle spielen können. Ein Übertragungsweg von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

 

  • E.coli und Coliforme Bakterien gemäß DIN EN ISO 9308-1(2017)/-2(2014)

Gemäß der TrinkwV dürfen E.coli und coliforme Bakterien im Trinkwasser nicht enthalten sein. Der Grenzwert liegt bei 0 KBE (Koloniebildende Einheiten) in 100ml.

Escherichia coli (E. coli) ein bewegliches Bakterium welches natürlicher Weise im Darm von Säugetieren vorkommt. Sie vermehren sich sehr schnell und können schwere Durchfallerkrankungen auslösen.

Im Trinkwasser gelten E.coli als Indikatorparameter, die auf eine fäkale Verschmutzung hinweisen. Wird eine Grenzwertüberschreitung von Colibakterien im Trinkwasser nachgewiesen, deutet dies auf weitergehende Verunreinigungen des Wassers hin.

Ursachen für Verschmutzungen können undichte Abwasserrohre, Überreste toter Tiere, Überschwemmungen, intensive Nutztierhaltung (Brunnenwasser!) oder lange Stagnationen sein.

Akkreditierung 17025 Labor Staber

  • Gesamtkeimzahl bei 22°C und 36°C gemäß TrinkwV

Die Gesamtkeimzahl bei 20°C und 36°C stellt einen Parameter zur Bestimmung der hygienischen Qualität von Trinkwasser. Es handelt sich dabei um einen unspezifischen Parameter, der einen allgemeinen Überblick über die Belastung des Wassers mit Keimen gibt. Es wird nicht unterschieden, um welche Keime es sich handelt, sondern nur die Anzahl in einem Milliliter Wasser bestimmt.

Die Bebrütung bei 20°C bzw. 36°C gibt einen Hinweis auf die mögliche Herkunft der Keime und kann bei der Entscheidung über die Untersuchung weiterer Parameter helfen. Bei 36°C handelt es sich ungefähr um die Körpertemperatur von Säugetieren (z.B. von Menschen). Findet man also mehr Kolonien nach Bebrütung der Proben mit dieser Temperatur, könnte es sein, dass die Verunreinigung menschlichen oder tierischen Ursprungs ist und auf Fäkalien zurückzuführen ist.

Findet man dagegen mehr Kolonien bei der Bebrütungstemperatur von 20°C, handelt es sich vermutlich um Keime, die natürlicherweise im Wasser vorkommen. Der Grenzwert für beide Temperaturen liegt, gemäß der Trinkwasserverordnung bei 100 KBE (koloniebildende Einheiten) /ml.

 

  • Pseudomonas aeruginosa gemäß DIN EN ISO 16266:2008-05

Pseudomonaden sind Bakterien, die äußerst anspruchslos an ihre Umgebung sind und nahezu überall vorkommen. Bevorzugt in feuchten Umgebungen, wo sie antibiotikaresistente Biofilme bilden können. 

Für einen gesunden Organismus stellen sie keine Gefahr dar, allerdings sind besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich. Kontakt mit belasteten Flüssigkeiten kann, (neben Handkontakt), bei Patienten mit äußerlichen Hautverletzungen zu lebensgefährliche Infektionen, Entzündungen, Sepsis und Herzerkrankungen führen. Daher gelten für medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Zahnarztpraxen und Alters- und Pflegeheimen strenge Grenzwerte (0 KBE (koloniebildende Einheiten) in 100ml Wasser). 

Das Umweltbundesamt hat eine Empfehlung zu den Untersuchungen, der Risikoeinschätzung und zu den Maßnahmen bezgl. Pseudomonas aeruginosa veröffentlicht.

 

  • Enterokokken gemäß DIN EN ISO 7899-2:2000-11

Als Enterokokken bezeichnet man eine bestimmte Gattung von Bakterien, die natürlicherweise vor allem im Darm von Menschen, Säugetieren und Vögeln vorkommen. Im Trinkwasser gelten sie daher auch als Indikator für eine fäkale Verunreinigung. Darüber hinaus können einige Arten auch selbst Krankheiten verursachen, besonders bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr. Ein Nachweis von Enterokokken im Trinkwasser deutet auf fäkale Verunreinigung aufgrund von hygienischen Problemen oder baulichen Mängel in den Versorgungsleitungen oder in der Hausinstallation hin. Der Grenzwert liegt gemäß der Trinkwasserverordnung bei 0KBE (koloniebildende Einheiten)/100ml. 

Im Vergleich zu coliformen Bakterien wie Escherichia coli sind fäkale Enterokokken resistenter gegen Austrocknung und widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse. Ihr Nachweis kann daher auch auf eine länger zurückliegende Verunreinigung hinweisen. 

 

  • Clostridien gemäß ISO 14189:2016-11 

Clostridien (Clostridum perfringens) gehören zur natürlichen menschlichen und tierischen Darmflora. Außerhalb des Darmes sind die Bakterien als extrem resistente Sporen im Boden, im Wasser und im Staub sehr lange überlebensfähig. Über den Verzehr von Lebensmitteln / Trinkwasser kann das Bakterium Entzündungen des Magen-DarmTraktes hervorrufen. Belastung des Trinkwassers sind vor allem bei Roh- und Brunnenwasser festzustellen, da das Wasser hier durch Oberflächenwasser beeinflusst wird.

Der Nachweis von C. perfringens im Trinkwasser kann zudem einen Hinweis auf das Vorkommen fäkalbürtiger Parasiten geben.

Der Grenzwert liegt gemäß der Trinkwasserverordnung bei 0KBE (koloniebildende Einheiten)/100ml.

 

  • Schwermetalle (Blei, Nickel, Cadmium u.a.) gemäß DIN EN ISO 17294-2:2005-02

Schwermetalle sind Metalle mit einer Dichte von mehr als fünf Gramm pro Kubikzentimeter. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Arsen, Quecksilber, Bismut, Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Cadmium, Chrom und Uran. 

Eine Anreicherung im Körper wirkt sich auf die meisten Lebewesen giftig aus und kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Besonders betroffen sind Babys, Kinder und ältere Personen da Ihr Organismus die Stoffe wesentlich schlechter verträgt. 

Die chemischen Untersuchungen erfolgen am Standort Dresden-Klipphausen. Sollten Sie Interesse an bestimmten Parametern (Nitrat, Nitrit usw.) haben, kontaktieren Sie uns bitte. Unser chemisches Labor bietet eine Vielzahl an weiteren Parametern an.

 

Was tun bei einer Überschreitung der Grenzwerte?

Die Trinkwasserverordnung und die Empfehlung des Umweltbundesamtes sieht nach einer Grenzwertüberschreitung im Trinkwasser die Erstellung einer Gefährdungsanalyse durch einen Sachverständigen nach VDI 6023 vor. Zusätzlich muss eine Objektbegehung vor Ort mit anschließender Dokumentation und Erstellung eines Maßnahmenplans erfolgen.

Sollten Laborergebnisse bei Ihnen eine Gefährdungsanalyse nach sich ziehen, können Sie diese auch direkt bei uns in Auftrag geben. Ansprechpartner hierfür ist unser Labor in München: 

Tel. 089 - 63 02 38 - 0
m-trinkwasser@labor-staber.de

Achtung: Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Unparteilichkeit und Unabhängigkeit gemäß der DIN EN ISO 17025 können wir Gefährdungsanalysen nur unabhängig von Trinkwasseruntersuchungen anbieten.